Was gibt’s Neues, Miss?

Cheers my Dears und hallo meine Lieben,

es ist eine Weile her, seit ich diese Worte zuletzt geschrieben oder gesagt habe. Seit ich gebloggt habe.

Aber hier sind wir nun – und Miss Laventura ist zurück auf der Bildfläche. Also, was gibt’s Neues?

Ich schätze, es würde eine Weile dauern die letzten vier Jahre, in denen ich nicht gebloggt habe, zusammenzufassen. Deshalb versuche ich den Fokus auf die wichtigsten Ereignisse zu legen, die für euch interessant sein könnten. Außerdem möchte ich darauf eingehen, wie sich dieses frisch renovierte virtuelle Zuhause entwickeln soll – wie es aussehen, sein und sich anfühlen soll.

Aber fangen wir mit einem kurzen Rückblick an: Wie ihr vielleicht wisst, habe ich 2020 mein Buch Live Loud & Suffer in Silence veröffentlicht. Während der Pandemie und der Lockdowns habe ich Videos produziert, Blogartikel geschrieben usw. Nach dem Lockdown, als sich das Leben in einer „neuen Normalität“ einzupendeln begann, musste ich – wie viele von uns – wieder arbeiten. Kleiner Hinweis: Entgegen der weit verbreiteten Annahme lebe ich (noch) nicht vom Bücherschreiben. Aber ja, ich schreibe beruflich – wenn Kunden Texte für Websites, Broschüren oder Ähnliches brauchen. Ich arbeite als Lektorin für Texte aller Art, inklusive Bücher. Und ich bin als Projektmanagerin im Kommunikations- und Kreativbereich tätig. Ich bin also diejenige, die euch hilft, eure Ideen zum Leben zu erwecken. Zumindest liegt darauf gerade mein Fokus – aber das ist eine andere Geschichte. Nach der Pandemie, beziehungsweise nach den harten Lockdowns, als man unter bestimmten Bedingungen wieder arbeiten durfte, habe ich auch wieder begonnen, Deutsch für Geflüchtete und Zugewanderte zu unterrichten. Ein gesellschaftlich relevanter, schöner, aber auch anstrengender Job. Ich habe das ein paar Jahre gemacht, aber es blieben kaum physische oder mentale Kapazitäten für regelmäßiges Bloggen übrig. Oder dafür, die deutsche Version meines Buches fertigzustellen.

Im letzten Herbst habe ich diesen Job gekündigt – und nun sind wir hier. Das waren genug private Einblicke für den Moment. Zurück zur Literatur und dergleichen, denn da gibt es einiges zu erzählen.

2023 hatte ich meine erste Buchlesung in dem Stadtteil, in dem ich aufgewachsen bin. Ich habe Texte aus Live Loud & Suffer in Silence vorgetragen sowie einige Passagen aus dem deutschen Manuskript. Einen Ausschnitt davon könnt ihr auf YouTube sehen.

Im selben Jahr habe ich den ersten Platz bei einem Poetry Slam gewonnen.

2024 habe ich eine gekürzte Version einer Sunday Story, die ich damals hier auf dem Blog veröffentlicht hatte, bei einer Lesung in Köln vorgetragen.

Chris vom Radio

Ende 2024 erhielt Live Loud & Suffer in Silence eine 5-Sterne-Bewertung von ReaderViews.

Nur wenige Monate später gewann das Buch den Bronze Award in der Kategorie „Classics Short Stories“.

Jetzt arbeite ich an einer zweiten Ausgabe von Live Loud & Suffer in Silence (Englische Version) mit einer überarbeiteten Kurzbiographie und einem neuen, frisch angehängten Epilog. Und ich plane weiter an der deutschen Version zu arbeiten. Also bleibt dran – 2025 sollte ein ziemlich literarisches Jahr werden.

Wie fühlt sich das alles an?

Es ist immer noch unglaublich für mich, dass einige meiner wildesten Träume bereits im Kleinen wahr geworden sind. Seit ich fünfzehn oder siebzehn war, habe ich immer gesagt: „Eines Tages werde ich ein Buch schreiben.“ Dann wurde daraus: „Eines Tages werde ich ein Buch schreiben und veröffentlichen.“ Und eines Tages kam. Mittlerweile haben zwei meiner Buchbabys das Licht der Welt erblickt – und hoffentlich werden noch viele weitere folgen.

„Eines Tages werde ich meine Texte auf einer Bühne präsentieren.“ Und das tat ich.
„Eines Tages werde ich meine Texte auf einer Bühne präsentieren und einen Preis gewinnen.“ Und das tat ich.
„Eines Tages werden meine Texte und/oder Bücher einen Preis gewinnen.“ Und genau das ist passiert.

Aber, wisst ihr, dieses Mädchen träumt groß. Also mal sehen, was die Zukunft noch bereithält.

Doch hier ist der Punkt: Das alles ist mir nicht einfach in den Schoß gefallen. So sehr man auch an Manifestation und die Kraft der Gedanken glauben mag (was ich auch tue), man muss dennoch Arbeit, Herz und Verstand hineinstecken. Nichts kommt von nichts. Dennoch fällt es mir schwer anzuerkennen, dass ich dafür gearbeitet habe – es ist einfacher, sich als gesegneter Glückspilz zu bezeichnen. Doch das trägt weder der Mühe Rechnung, die mein jüngeres Ich in all das gesteckt hat, noch der Energie, Arbeit, Mühe und Liebe, die ich weiterhin hineinstecke.

Die letzten Jahre haben einige meiner Überzeugungen, meine Prioritäten und meine Art, der Welt und mir selbst zu begegnen, verändert. Und ich bin froh darüber.

Was mich dazu bringt, wie dieser neue, nicht wirkliche neue Raum hier in Zukunft aussehen soll. Ich habe gemerkt, dass mein Problem nicht meine Leidenschaft fürs Schreiben und Bloggen war – ich liebe es, sonst würde ich es ja nicht immer wieder tun, oder? Aber das größte Hindernis war immer wieder: Inkonsistenz. Warum?

Eine Freundin, die selbst Autorin ist, schickte mir mal ein Video, in dem eine Frau sagt: „Dein Buch ist nicht scheiße. Dein Marketing ist es.“ Und das trifft den Nagel bei mir glaub ich ziemlich präzise auf den Kopf.

Der Druck von Plattformen und all diese „Wie du in 5 einfachen Schritten mehr Leute erreichst“-Tipps – wobei, mal ehrlich, keiner dieser Schritte ist einfach, wenn es nicht dein Vollzeitjob ist oder du ein hart angespartes süßes Häufchen Rücklagen auf dem Sparbuch hast – hat mich einfach ausgelaugt. Und „halte deinen Instagram-Feed ästhetisch“ wurde plötzlich zu „Wir brauchen mehr Realität und Authentizität, Ästhetik ist zweitrangig.“, was weiteren Druck aufbaute. Reels produzieren? Habe ich gemacht. Ratet mal, wie lange es dauert, bis sie so aussehen, wie man will? Genau. 3 Stunden Arbeit für ein 30-sekündiges Video, das nach 30 Minuten vergessen wird. Nennt mich zu sehr businessfokussiert, aber die Rechnung erscheint mir nicht sonderlich wirtschaftlich (nicht nur im finanziellen, sondern auch im energiebezogenen Sinne). Jahrelang gab es diese Diskrepanz zwischen dem, was ich gern produzieren möchte in dem Medium, in dem oder mit dem ich es produzieren will und dem, was die Welt mir sagt, beim Publikum gut ankommt. Und ich bin nun mal nicht der Typ „Schau mir beim Fertigmachen zu, während ich über Literatur rede“, obwohl ich solche Inhalte gerne selbst konsumiere. Aber es gibt Tage, an denen ich ohne Make-up nicht gern vor die Kamera trete. Ich model seit knapp 18 Jahren, das macht was mit einem, okay?! Nicht, dass ich eitel wäre, aber ich komme aus einer Generation, in der die Aussage, die man eigentlich mit der Welt teilen will dahinter verschwindet und zu kurz kommt, dass das Aussehen, die Lichtsetzung oder die Lidschattenfarbe kritisiert wird. Und das, meine Freunde, finde ich mehr als frustrierend.

Also habe ich endlich angefangen, andere Fragen zu stellen. Vielleicht die richtigen. Was als ehemaliger People Pleaser nun auch nicht grad so einfach ist, wie ihr euch vielleicht vorstellen könnt. Ich hab für euch geschrieben, immer mit euch als Lesende im Hinterkopf, immer mit dem Gedanken, wie ich das, was ich zu sagen habe, attraktiv gestalten kann. Was jeder Content Creator, Autor, Kreativschaffende tut. Und da ist meiner Ansicht nach auch nichts Falsches dran. Aber wenn das, was dem Publikum gefallen könnte, von undurchsichtigen Algorithmen und immer schneller wechselnden Trends diktiert wird und jedes Mal, wenn du denkst, du hast den Dreh raus, ist wieder was anderes Phase und du hast das Gefühl, du musst wieder komplett von vorn starten, dann ist das verdammt anstrengend und auslaugend! Und ich möchte nicht, dass sich das Schreiben oder Gedankenteilen hier so anstrengend anfühlt, dass ich zwei Wochen mit vollem Elan dabei bin und dann so kaputt und erschöpft bin, dass die nächsten sechs Monate wieder gar nichts passiert.

Und ich habe mich wieder auf die Überzeugung besonnen, dass es möglich sein muss, das, was dem Publikum gefällt mit dem, was mir gefällt, zu verbinden. Zumeist habe ich mich nämlich auf das Publikum konzentriert, auf euch, und was ich wollte und was mir gefallen hätte, rückte mehr und mehr in den Hintergrund, in den Schatten. Aber wie soll ich meine Leidenschaft und alles, was ich zu sagen und zu teilen habe in kleine, winzige, leicht verdauliche Häppchen packen? In süße kleine Pralinées, die auf der Zunge schmelzen, während ihr auf den Bus wartet? Klar kann ich das. Aber dann ist es nicht so authentisch wie es sein könnte. Und ist Authentizität nicht das Schlagwort unserer Zeit? „Sei einfach du selbst.“ – aber sorg dafür, dass es in die Rahmenbedingungen passt, die von großen Organisationen, die ihre eigenen Interessen verfolgen, passt.

Gerade in Zeiten wie diesen, in denen die Demokratie in Gefahr ist, Bücher verbannt werden und unsere Augen gegenüber der Medienmanipulation weiter geöffnet werden, halte ich es für wichtig, sich um Unabhängigkeit zu bemühen. Deshalb habe ich beschlossen:

Ich will wieder zurück zu den Wurzeln. Ich bin Autorin. Aber nur, wenn ich schreibe. Eine Autorin schreibt. Ich mag es auch, Audios zu produzieren. Also werde ich vielleicht mehr davon aufnehmen. Und ja, auch Videos, aber nur, wenn ich Lust dazu habe, wenn mir danach ist.

Denn ich kann und will mich nicht länger verbiegen, nur um meine Kunst in winzige, leicht verdauliche Häppchen zu zerteilen, die den neuesten Trends entsprechen. Denn in den letzten Jahren sah ich mich auch oft mit dem Tod konfrontiert. Und vielleicht stimmt ihr mir zu, solche Erfahrungen veränderen den Blick aufs Leben. Wollen wir nicht alle ein authentisches Leben führen? Ein Leben, das wirklich und wahrhaftig gelebt wird?

Willkommen in meinem renovierten und neu dekorierten virtuellen Zuhause

Dieses Mal hoffe ich, dass es mit der Konsistenz besser klappt.

Ich werde keine durchgetakteten Content-Pläne machen. Die alten Kategorien wie #modelmonday oder #freelancefriday bleiben bestehen, aber ob ich sie fortführe, werden wir sehen. Vielleicht ja. Vielleicht nein.

Ich will mehr spontane Gedanken, mehr Artikel über Themen, die mich wirklich bewegen – und die euch vielleicht auch bewegen und berühren. Mehr Prosa, mehr Poesie. Ich will mehr ich hier. Mehr von mir hier.

Und ich hoffe, das ist interessant und inspirierend genug für euch, um zu bleiben.

Es wird weiterhin Videos auf Instagram geben, ich werde auch auf Substack veröffentlichen, aber ich möchte, dass dieser Blog meine Basis bleibt.

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Und glaubt mir: Dieses Mal wird eine Menge passieren.

Bis bald. Hoffentlich.

xxx


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